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Die Unfallversicherung mit Prämien-Rückgewähr ist eine Kombination aus Unfallversicherung und einem Sparvorgang. Ein kleiner Teil des Beitrages wird für den Versicherungsschutz verwendet, der größere Teil fließt in einen Spartopf.
Zunächst entsteht für Sie der Eindruck, als würden Sie Ihr Geld zurück bekommen. Die Bezeichnung "Prämienrückgewähr" führt hier zur Vermutung, dass man seine Versicherungsprämie zurück bekommt. Dies ist allerdings falsch, Sie bekommen nicht die Prämie, sondern die zuviel gezahlte Prämie mit einer meist geringen Verzinsung zurück.

Eigentlich hört sich die Sache gar nicht schlecht an, leider hat sie zwei Haken:
Niemand braucht eine Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr. Schließen Sie lieber eine preisgünstige Unfallversicherung ab und legen die ersparte Prämie in einer Anlage Ihrer Wahl an.
Unfallgefahren lauern überall und jederzeit. Gott sei Dank sind bleibende Gesundheitsschäden nicht die Regel, oder die Künste der Medizin sind erfolgreich.
Aber: Es bleibt nicht aus, dass Betroffene sich so schwer verletzen, dass sie vorübergehend oder sogar auf Dauer ihrem Beruf und den gewohnten Freizeitgewohnheiten nicht mehr nachgehen können.
Die private Unfallversicherung kann zum Teil beträchtliche Einkommensverluste und auch Einbußen an Lebensqualität ausgleichen. Die finanziellen Leistungen aus einer Privaten Unfallversicherung sind auch häufig das Startkapital für eine neue Existenz.
Wichtig: Mehr als die Hälfte aller Unfälle ereignen sich in der Freizeit und im Haushalt, so dass hier keinerlei Vorsorge über die gesetzliche Unfallversicherung zu erwarten ist. Dies bedeutet, dass z.B. Hausfrauen und Kinder in der Freizeit überhaupt nicht abgesichert sind.
Eigentlich weiß jeder, was ein Unfall ist. Dennoch wird der Unfallbegriff in den Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen wie folgt definiert: "Ein Unfall liegt vor, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis/Unfallereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet."
Dieses "Fachchinesisch" wollen wir Ihnen übersetzen:
Jedermann kann quasi von Geburt an versichert werden. Somit besteht für alle Altersgruppen die Möglichkeit, sich für die finanziellen Folgen eines Unfalls abzusichern. Es können sich Berufstätige, Kinder, Hausfrauen, Selbständige, Studenten, einfach jeder versichern.
Aber keine Regel ohne Ausnahme:
Nicht versichert werden Personen, die geisteskrank oder dauernd pflegebedürftig sind.
Die private Unfallversicherung gilt weltweit und rund um die Uhr.
Dabei ist es egal, ob sich der Unfall während der Arbeit oder in der Freizeit ereignet.
Vereinzelt werden auch Freizeitunfall- oder Arbeitsunfallversicherungen abgeschlossen.
Sinn machen derartige Policen in der Regel nicht, da es sich nur um Ausschnittdeckungen handelt - wenn versichern, dann richtig.
Das Kernstück einer Privaten Unfallversicherung ist die Invaliditätsleistung. Doch es gibt noch weitere individuell zu vereinbarende Leistungen.
Beachten Sie jedoch, dass Invalidität in der Regel immer versichert werden muss.
Das Kernstück der Privaten Unfallversicherung stellt dem Versicherten bei gesundheitlichen Dauerschäden (= Invalidität) infolge eines Unfalls eine Kapitalleistung entsprechend dem festgestellten Invaliditätsgrad zur Verfügung.
Invalidität ist eine "dauernde Beeinträchtigung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit".
Der Grad der Invalidität bei Verlust oder Funktionsunfähigkeit von Sinnesorganen und Körperteilen wird anhand einer sog. Gliedertaxe festgelegt. Ist dies aufgrund der Art der Verletzung nicht möglich, wird aufgrund eines medizinischen Gutachtens festgestellt, inwieweit das gesamte Leistungsspektrum des Versicherten durch den Unfall beeinträchtigt ist.
Führen die Unfallfolgen innerhalb eines Jahres zum Tod, besteht Anspruch auf die vereinbarte Todesfallsumme. Die Todesfallsumme darf in der Regel nicht höher als die vereinbarte Versicherungssumme für Invalidität sein.
In der Unfallversicherung werden zwei Arten von Tagegeldern angeboten. Die häufigste Variante (Unfall-Krankenhaustagegeld) zahlt, wenn Sie nach einem Unfall im Krankenhaus liegen.
Bei der zweiten Variante, der Tagegeldversicherung, zahlt der Versicherer auch dann, wenn man nach einem Unfall arbeitsunfähig ist, aber nicht im Krankenhaus liegt.
Wird durch einen Unfall die Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, so wird für die Dauer der ärztlichen Behandlung das vereinbarte Tagegeld ausbezahlt. Das Tagegeld wird entsprechend dem attestierten Grad der Beeinträchtigung abgestuft. Die Bemessung richtet sich nach der Berufstätigkeit oder Beschäftigung des Versicherten.
Arbeitnehmer können erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit (Ende der Lohnfortzahlung) Tagegeld beantragen.
Ist aufgrund den Unfallfolgen des Versicherten ein stationärer Krankenhausaufenthalt nötig, wird für jeden Tag des Aufenthaltes das vereinbarte Tagegeld bezahlt.
Krankenhaustagegeld wird längstens bis zu zwei Jahren nach dem Unfalltag gezahlt.
Genesungsgeld kann nur in der Kombination mit Krankenhaustagegeld versichert werden. Genesungsgeld wird für die gleiche Anzahl von Kalendertagen geleistet, für die auch Krankenhaustagegeld gezahlt wurde, jedoch für max. 100 Tage.
Der Anspruch auf Genesungsgeld entsteht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus.
Sind Sie nach einem 20-tägigen Krankenhausaufenthalt z.B. noch 10 Tage arbeitsunfähig zu Hause, so erhalten Sie für die 10 Tage Genesungsgeld.
Der Invaliditätsgrad kann oftmals erst nach Abschluss des Heilbehandlungsverfahren festgestellt werden. Der Versicherer wird erst dann zahlen, wenn der Invaliditätsgrad festgestellt ist.
Um diesen Zeitraum zu überbrücken, kann eine sog. Übergangsleistung vereinbart werden. Diese wird fällig, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit des Versicherten seit dem Unfall durchgängig zu mehr als 50% beeinträchtig war.
Sofern der Versicherte einen ersatzpflichtigen Unfall erlitten hat, so werden u.a. Kosten für Such-, Rettungs- und Bergungseinsätzen bis zur max. vereinbarten Versicherungssumme übernommen. Ebenso können z.B. nach einem Unfalltod die Überführungskosten zum letzten ständigen Wohnort übernommen werden.
Sind infolge eines unter den Versicherungsschutz fallenden Unfalls nach Abschluss der Heilbehandlung kosmetische Operationen notwendig, so leistet der Versicherer bis zur vereinbarten Versicherungssumme.
Bleiben z.B. nach einem Unfall Narben zurück, so kann die Versicherungssumme für eine Schönheitsoperation genutzt werden. Die Krankenversicherung würde diese Kosten evtl. nicht übernehmen, da nur die "medizinisch notwendige Heilbehandlung" versichert ist.
Nach einer Daumenregel soll die Versicherungssumme das Dreifache des jährlichen Bruttoeinkommens betragen. Für Erwachsene soll die Unfallversicherung Vorsorge dafür bieten, wenn sich von jetzt auf nachher durch einen Unfall mit bleibenden Gesundheitsbeeinträchtigungen die Lebenssituation verändert.
So können Kosten für den behindertengerechten Umbau der Wohnung oder des Hauses entstehen. Oder aufgrund des Unfalles kann nur noch mit einem entsprechenden umgebauten Auto (z.B. Handgas, Automatik) gefahren werden. Kinder erhalten in aller Regel keinerlei Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Deshalb muss man im schlimmsten Fall davon ausgehen, dass die Leistungen aus der Unfallversicherung womöglich für ein ganzes Leben ausreichen sollten.
Versicherungssummen unter 100.000 EUR gegen Invalidität machen in der Regel wenig Sinn, bei Kindern sollten es mindestens 150.000 EUR sein.
Verunglückt ein Kind beim Spielen, so zahlt die gesetzliche Versicherung nicht.
Verunglückt ein Arbeitnehmer beim Skifahren, so wird ebenfalls nicht geleistet.
Die gesetzliche Unfallversicherung kann somit nur als -nice to have-, aber keinesfalls als funktionierende Unfallversicherung gesehen werden. Es handelt sich eher um eine kleine Ausschnittdeckung, die eine private Unfallversicherung nicht ersetzen kann.
Progressionsstaffeln sind den meisten Menschen von der Einkommenssteuer her bekannt. Diese Progression besagt, dass mit steigendem Einkommen der Steuersatz (in %) und die zu zahlende Steuer (in EUR) steigen.
In der Unfallversicherung bedeutet die Vereinbarung einer Progressionsstaffel, dass mit steigender Invalidität der Invaliditätsgrad (in %) und die Invaliditätsleistung (in EUR) steigen.
Zur Erläuterung sind die gängigsten Progressionsstaffeln in der folgenden Übersicht mit marktüblichen Preisen und Leistungen dargestellt.
| Übersicht | Progressionsstaffel | |||
| Ohne | 225% | 350% | 500% | |
| Grundsumme | 50.000 EUR | 50.000 EUR | 50.000 EUR | 50.000 EUR |
| Leistung bei 10% z.B. Verlust eines Daumens |
5.000 EUR | 5.000 EUR | 5.000 EUR | 5.000 EUR |
| 20% | 10.000 EUR | 10.000 EUR | 10.000 EUR | 10.000 EUR |
| 30% | 15.000 EUR | 15.000 EUR | 20.000 EUR | 20.000 EUR |
| 40% | 20.000 EUR | 27.500 EUR | 35.000 EUR | 35.000 EUR |
| 50% z.B. Verlust eines Auges |
25.000 EUR | 37.500 EUR | 50.000 EUR | 50.000 EUR |
| 60% | 30.000 EUR | 52.500 EUR | 75.000 EUR | 90.000 EUR |
| 70% | 35.000 EUR | 67.500 EUR | 100.000 EUR | 130.000 EUR |
| 80% | 40.000 EUR | 82.500 EUR | 125.000 EUR | 170.000 EUR |
| 90% | 45.000 EUR | 97.500 EUR | 150.000 EUR | 210.000 EUR |
| 100% | 50.000 EUR | 112.500 EUR | 175.000 EUR | 250.000 EUR |
| Jahresbeitrag Männer der Gefahren- gruppe A* und Frauen |
28,00 EUR | 33,00 EUR | 42,50 EUR | 48,00 EUR |
| Jahresbeitrag Männer der Gefahren- gruppe B* |
32,00 EUR | 38,50 EUR | 54,00 EUR | 62,00 EUR |
| Kinder | 14,50 EUR | 17,50 EUR | 22,50 EUR | 25,00 EUR |
* Gefahrengruppen-Einteilung:
A: Männer ohne körperliche Berufstätigkeit und Frauen
B: Männer mit körperlicher Berufstätigkeit
Bei einer hohen Progression erhalten Sie bei hohen Invaliditätsgraden eine höhere Entschädigung. Im Umkehrschluss erhalten Sie bei Invaliditätsgraden bis 25% deutlich weniger ausbezahlt (bei gleichem Beitrag).
Unter Berücksichtigung der Prämien ist die 225% Variante im o.g. Beispiel wohl der Favorit. Dies ist aber nicht immer der Fall, da sich die Prämien der einzelnen Anbieter stark unterscheiden.
Man sollte nie vergessen, dass sich auch kleine Invaliditätsgrade dramatisch auswirken können. Für einen Berufsmusiker, der beispielsweise 2 Finger verliert, kann dies das Ende seiner Karriere bedeuten.
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